Buch: Dwight Yoakam – A Thousand Miles from Nowhere

Er schuf die perfekte Mischung aus Rock’n’Roll, Honky Tonk und Country Music – Dwight Yoakam stürmte in den achtziger Jahren die Hitparaden, und mit ihm wehte ein frischer Wind durch die Szene. Die LPs bzw. CDs wie „Hillbilly Deluxe“ oder „This Time“ setzten Maßstäbe in der Country Music, die Konzerte ebenso. Seitdem wurde es etwas ruhiger um Dwight, denn seinen bislang letzten Top 20-Hit konnte er 1999 mit „Crazy Littlle Thing Called Love“ verzeichnen. Er verfügt zwar weiterhin auch hierzulande über eine loyale Fangemeinde, doch die großen Hits wurden inzwischen rar. Einen Lichtblick gab es immerhin 2012 mit der CD „3 Pears“, die bis auf Platz 3 in den Country Album Charts kletterte. Dafür fasste er inzwischen im Filmgeschäft Fuß. Durch seine Auftritte u. a. in „Auf Messers Schneide (Sling Blade)“, „Bandidas“ oder "Mein Schatz, unsere Familie und ich (Four Christmases)“ überzeugte er auf jeden Fall auch als Schauspieler, und in „South of Heaven, West of Hell“ zusätzlich auch als Regisseur. In diesem Buch leuchtet der Autor Dwights gesamte Karriere aus. Da er die Gelegenheit zu ausführlichen Gesprächen erhielt, kann man seine Ausführungen als recht authentisch betrachten. Allerdings gab es auch Gespräche mit Pete Anderson, Dwights verlässlichen Mentor, der als Produzent, Gitarrist, und Bandleiter die Karriere von Dwight erst ins Rollen brachte. Das langjährige Team trennte sich 2003 im Streit, aber – wie der Autor schon eingangs betont – gab es von beiden nur wenige negative Kommentare zur jeweils anderen Seite. Der rote Faden des Buches sind die Album-Produktionen. Es werden zahlreiche Anmerkungen verschiedener Beteiligter eingestreut, Gründe für die Aufnahme mancher Titel genannt, usw. Leider verzichtet das Buch auf jegliche Illustrationen; gerne hätte man einige Bilder aus den Aufnahmesessions gesehen, z. B. mit Buck Owens bei „Streets of Bakersfield“. Im Anhang gibt es eine Liste der wichtigen Alben in Dwights Karriere, mit der abschließenden Erwartung „to be continued …“ – wir alle hoffen es sehr.

Ulrich K. Baues