Buch: Cool Cooler Cale – Die JJ-Cale-Story – eine Biographie

Nicht jede/r Leser/in wird den Namen JJ Cale auf Anhieb kennen. Der aus Tulsa in Oklahoma stammende Gitarrist und Komponist stand nie derart im Rampenlicht, wie die großen Stars der Musik- und Konzertszene. Seine wertvollen Beiträge zum Musikgeschehen leistete er überwiegend im Hintergrund, gerade wenn es sich um bedeutende Arbeiten wie „After Midnight“ oder „Crazy Mama“ handelte. Er veröffentlichte zwar auch Schallplatten, doch die echten Erfolge erzielten andere mit seinen Songs, wie Eric Clapton oder Waylon Jennings. Autor Bloemeke schildert hier ausführlich den durchwegs ungewöhnlichen Werdegang dieses 2013 im kalifornischen La Jolla einem Herzinfarkt erlegenen Künstlers. Er streift die Kindheit in Tulsa, und wendet sich alsbald JJ Cales letztendlich alles entscheidenden Umzug nach Los Angeles zu. Die dortige Aufbruchsstimmung der späten sechziger Jahre fängt das Buch haargenau ein, und auch die JJ Cale prägenden musikalischen Einflüsse u. a. aus Nashville finden hier ihren Niederschlag. Erste Engagements, erster Schallplattenvertrag, erste Hits, und die erste Tournee – der Weg JJ Cales unterschied sich anfangs grundsätzlich nicht von den Schritten vieler Kolleginnen und Kollegen, die auf den vermeintlichen Erfolgsleitern nach oben hasten wollen. Den Unterschied zeigt das Buch auf, indem es die ungewöhnliche Haltung des Künstlers zu den Chancen im Musikgeschäft beschreibt. JJ Cale blieb mit seiner Gitarre stets lieber der exzellente Musiker, wo andere eher die großen Stars werden wollten. Der Autor dokumentiert diese seltene Einstellung beispielsweise mit JJ Cales Weigerung, in der seinerzeit beliebten TV-Show „American Bandstand“ aufzutreten, weil dort ausschließlich zu Playback gesendet wurde. Ausführliche Kapitel über die Studioarbeiten zu den einzelnen Alben bei den mehrfach wechselnden Plattenfirmen bestätigen diesen Habitus, wie die Begutachtung der jeweiligen Hintergründe, Einflüsse, Begleitmusiker sowie Texte überzeugend darlegt. Aufgelockert werden die Textpassagen durch mehrere teils farbige Abbildungen von Plattencovern, Konzertfotos, sowie privaten Schnappschüssen.    
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Ulrich K. Baues