Buch: Conversations with Legendary Television Stars – Interviews from the First Fifty Years

Unterhaltungen oder Interviews mit bekannten TV-Persönlichkeiten gibt es wirklich zuhauf zu sehen und zu lesen. Hier finden sich wohl kaum Unterschiede zwischen Europa und Übersee. Insofern wird man sich vom Buchtitel nicht unbedingt auf Anhieb zum Blättern angeregt fühlen. Wesentlich beachtenswerter wird es jedoch spätestens dann, wenn man wie im vorliegenden Fall die Namen der rund vierzig ausgewählten US-Gesprächspartner liest. Unter ihnen entdeckt man beispielsweise, neben hierzulande fast unbekannten Personen wie Bea Arthur oder Noel Neill, solche geradezu legendären Showmaster wie Milton Berle oder Ed Sullivan. Desweiteren kommen Darsteller oder gleichzeitig Namensgeber bekannter TV-Serien zum Zuge, wie Donna Reed, deren Dauerbrenner „Donna Reed Show“ die ARD in Deutschland unter der Mutmaßung „Mutter ist die allerbeste“ ausstrahlte; oder Peter Graves, dessen „Mission: Impossible“ den hiesigen Fernsehzuschauern als „Kobra, übernehmen sie“ noch durchaus vertraut sein dürfte. Bei Annette Funicello kennt man eher ihre Mitwirkung in den Strandfilmen der sechziger Jahre, doch davor gehörte sie als Mouseketeer zu Walt Disneys „Mickey Mouse Club“. Mit Robert Vaughn kommt hier sogar einer der „Glorreichen Sieben“ zu Wort, der später als „Solo für O.N.C.L.E.“ arbeitete. Hinzu gesellen sich die Interviews mit TV-Western-Stars, allen voran Lorne Greene, als Ben Cartwright lange Jahre Chef der Ponderosa-Ranch in „Bonanza“; dazu James Arness, der ebenfalls lange Jahre in „Gunsmoke“ als Marshal Matt Dillon mittels „Rauchender Colts“ für Ruhe und Ordnung in Dodge City sorgte. Oder auch James Garner, den viele Serienfans noch als Mitglied der „Maverick“-Familie kennen dürften, bevor er als „Detektive Rockford“ quasi den Beruf wechselte. Die Vertretung der Country Music übernehmen hier Buddy Ebsen, der als Jed Clampett mit seiner Familie aus den ländlichen Ozarks ins sonnige Kalifornien zieht, und somit die „Beverly Hillbillies“ gründet, und natürlich Glen Campbell, dessen erfolgreiche „Goodtime Hour“ zahlreichen Musikern die Gelegenheit zu Fernsehauftritten erschloss. Wer die Todesdaten der hier vertretenen Persönlichkeiten kennt, weiß, dass manche der Interviews natürlich bereits ein beachtliches Alter vorweisen können. Das Interesse an ihnen dürfte trotzdem hoch sein; grundsätzlich starten alle Gespräche mit der Frage nach dem Beginn der jeweiligen Karriere. Und zu jedem Interviewpartner gibt es überdies einige biografische Angaben, sowie zumindest eine, häufig zwei s/w-Abbildungen.
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Ulrich K. Baues