Buch: Chapel of Love – The Story of New Orleans Girl Group the Dixie Cups

Die Liste der in die Louisiana Music Hall of Fame aufgenommenen Mitglieder weist viele prominente Namen aus der Ära des Rock & Roll und aus dem Bereich der Country & Western Music auf. Beispiele gefällig? Elvis Presley, Jerry Lee Lewis, Mickey Gilley, George Jones, Trace Adkins, Louis Prima, Fats Domino, und noch viele, viele andere vertraute Namen liest man dort. Und unter all diesen prominenten Künstlern erscheinen selbstverständlich auch die Dixie Cups. Die Geschichte dieses Trios liegt nun vor. Entdeckt wurden die Schwestern Barbara Ann und Rosa Hawkins samt ihrer im Oktober 2016 verstorbenen Cousine Joan Marie Johnson daheim in New Orleans, vom Rhythm & Blues Sänger Joe Jones. Er brachte die drei jungen Damen in New York mit dem bekannten Komponisten-Duo Leiber & Stoller zusammen. Dort verpflichtete man sie für die neue Schallplattenfirma Red Bird Records. Schon die erste Single „Chapel of Love“ entwickelte sich zu einem Riesen-Hit, und verdrängte die Beatles und ihr „Love Me Do“ von der Spitzenposition, sowohl in den legendären Hot 100 des Fachmagazins Billboard, als auch den Top 100 der Konkurrenten von Cash Box und Record World. Die Autoren Phil Spector, Jeff Barry und Ellie Greenwich schrieben diesen eher seichten Titel eigentlich für Spectors gleichfalls weibliches Trio The Ronettes. In gewisser Weise folgten die Dixie Cups den Ronettes, und ebneten somit den Weg für weitere Damentrios, u. a. für die Supremes. Die ganze hier niedergeschriebene Geschichte des weiteren Werdegangs liest sich spannend. Rosa Hawkins berichtete hier ja alles aus erster Hand, über die späteren und nicht mehr ganz so erfolgreichen Veröffentlichungen, über die Auftritte, über die Tourneen, auch nach Vietnam, über die Wechsel in der Formation, usw. Es gab natürlich im Laufe der Jahre dann auch unangenehme Dinge, welche von der Autorin nun publik gemacht wurden. So führten die drei originalen Dixie Cups Prozesse gegen Joe Jones bzgl. Autorenrechte, also um Tantiemen. Bei vielen Kollegen und Kolleginnen wird es ähnliche Situationen gegeben haben, denn das Musikgeschäft war und ist auch stets von finanziellen Interessen aller Beteiligten geprägt. Das Buch enthält einen Fototeil mit zahlreichen s/w-Abbildungen der verschiedenen Besetzungen. Es gibt leider noch eine traurige Nachricht, denn Gründungsmitglied und Buchautorin Rosa Hawkins starb am 11. Januar dieses Jahres in Tampa, Florida nach Problemen bei einer Operation an inneren Blutungen.
Ulrich K. Baues