Buch: Cashville – Dilution of Original Country Music Identity through Increasing Commercialization

Bei „Cashville“ handelt es sich keineswegs um eine nach Johnny Cash zu benennende Ortschaft. Der weitere Titel dieses in Englisch verfassten Buches trifft jedoch trotzdem leider den Kern „Verwässerung der ursprünglichen Identität der Country Musik durch die ansteigende Kommerzialisierung“. Man bekommt es als Anhänger der Country Music ja ständig demonstriert – es zählt ausschließlich der Umsatz, und alles nebenher wird degradiert zum bloßen Beiwerk. Die Autorin steigt über Songtexte und Statements in diese Thematik ein, beschreibt die einzelnen traditionellen Stilrichtungen, und definiert solcherart das Wesen dieser Musik. Man kann den Ausführungen – trotz Verwendung der englischen Sprache – mühelos folgen, denn die zitierten Songtexte dürften mit ihrer Botschaft allgemein bekannt sein, wie zum Beispiel „Bob Wills Is Still the King“ oder „Murder on Music Row“. Die Reaktionen in der Country Music auf prägende Ereignisse wie Kriege oder den 11. September 2001 arbeitet die Autorin ebenfalls heraus. Eine deutliche Kritik an der im Buchtitel genannten Verwässerung dieser unserer Musikrichtung kommt dabei nicht zu kurz, denn zwischendurch wird das System der Nashville Music Machine angeprangert, und die Zunahme der Pop-Arrangements beklagt. Bemerkenswert dürfte auch die abgedruckte Richtlinie sein, worin die Merkmale authentischer Musik festgelegt wurden. Da sieht Nashvilles derzeitiger Mainstream nicht so richtig gelungen aus. Wer sich thematisch mit dieser negativen Entwicklung auseinandersetzen will, kommt trotz des hohen Preises nicht um die Lektüre von „Cashville“ herum.

Ulrich K. Baues