Buch: Cash Box Pop Hits 1952-1996

Neben dem Fachmagazin „Billboard“ warben in den vierziger bis hin zu den achtziger bzw. neunziger Jahren noch zwei weitere Zeitschriften jede Woche um die Gunst der Kunden. Einmal gab es seit 1946 den „Music Vendor“, der sich 1964 in „Record World“ umbenannte, und seit 1942 die „Cash Box“. „Record World“ stellte sein Erscheinen schon 1982 ein. Somit blieb „Cash Box“ bis 1996 der einzige ernsthafte Konkurrent für das dominierende „Billboard“-Magazin. Joel Whitburn ist nun diese Auswertung hinsichtlich der wöchentlich abgedruckten Pop Hits von „Cash Box“ zu verdanken, weil es bislang kaum Literatur über diesen Bereich gab. Anders als bei den „Billboard“-Auswertungen erfolgte hier kein Schnitt für den Jahreswechsel 1954/1955. Das wirkt sich natürlich auf die Hitbilanzen aus, beispielsweise wird Bill Haley schon mit seinem ersten Hit „Crazy Man, Crazy“ von 1953 gewertet, ebenso Patti Page mit u. a. „The Doggie in the Window“ von 1952, oder Frankie Laine mit „High Noon“ aus dem gleichen Jahr. Whitburn kennzeichnete dankenswerter Weise solche Künstler und Titel, die es nicht auch in die entsprechenden Charts von „Billboard“ schafften, wie interessanterweise z. B. eine Single von Loretta Lynn, zwei Singles von Elvis Presley, oder drei Singles von Conway Twitty. Unterschiedlich sind natürlich auch die anderen Angaben, wie höchste Platzierung oder Verweildauer in den Charts. Hier landen Creedence Clearwater Revival 1970 mit „Lookin‘ Out My Back Door“ endlich einmal sogar auf Platz 1, was ihnen in „Billboard“ mit keiner einzigen Single gelang. Auch John Denver findet sich 1971 mit seiner Hymne „Take Me Home, Country Roads“ auf der Spitzenposition, entgegen der „Billboard“-Platzierung. Die abschließenden Auswertungen wie „Top 300 Artists“ weisen gegenüber „Billboard“ natürlich ebenfalls teils gravierende Abweichungen auf. Unstrittig ist in beiden Magazinen allerdings die unangefochtene Spitzenposition für Elvis Presley. Abgedruckt sind auch einige Beispiele der wöchentlichen „Cash Box Top 100“ aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Eine chronologische Aufstellung aller Nummer-1-Hits folgt am Ende des Buches. Alle hier aufgeführten Informationen dürften nicht nur für Fans von Diskografien einen unschätzbaren Wert darstellen.

Ulrich K. Baues