Buch: Burt Reynolds on Screen

Der schon fast legendäre US-amerikanische Film- und Fernsehstar Burt Reynolds starb im September 2018 in Jupiter, Florida. Seine Karriere erstreckte sich über rund sechzig Jahre. Zuletzt lebte er eher zurückgezogen in seiner Wahlheimat Florida, wo er u. a. das „Burt Reynolds & Friends Museum“ und das „Burt Reynolds Institute for Film & Theatre“ ins Leben rief. Er betätigte sich in Jupiter auch als Sponsor verschiedener kommunaler Einrichtungen, und erhielt dafür Würdigungen z. B. in Form von nach ihm benannter Parks. Burt Reynolds erzielte hierzulande an den Kinokassen seine bedeutendsten Erfolge mit den beiden „Auf dem Highway ist die Hölle los“-Streifen, sowie mit Jerry Reed in der „Schlitzohr“-Trilogie, wodurch auch die Country Music der siebziger und achtziger Jahre einen ungemeinen Popularitätsschub erhielt. Natürlich gab es schier unzählige weitere Filme, die durch seine Präsenz geprägt wurden, man denke an „Beim Sterben ist jeder der Erste“ oder „Driven“, dazu an Western wie „Sam Whiskey“. Weniger bekannt dürften dagegen seine Mitwirkungen in TV-Westernserien sein; neben mehreren Gastrollen in verschiedenen Serien wirkte er beispielsweise eine ganze Staffel lang in „Riverboat“ mit, und betätigte sich danach gar drei Staffeln lang als Schmied Quint Asper bei den „Rauchenden Colts“. Leider konnten die deutschen Zuschauer diese ausschließlich in s/w gedrehten Episoden bislang nicht genießen, weder im Fernsehen noch auf DVD. Der Autor befasst sich im vorliegenden Buch mit allen TV-Serien, worin Reynolds zur regulären Besetzung zählte, sowie mit seinen sämtlichen Filmarbeiten, sowohl fürs Kino als auch für die TV-Sender.
Wer hier jedoch endlose Listen mit Angaben zu Besetzung und Stab befürchtet, wird angenehm enttäuscht. Beschrieben werden die Filme mit den jeweiligen Hintergründen, also mittels stets interessanter Anmerkungen zur Entstehung und den Dreharbeiten. Zu Wort kommen einige Regisseure sowie zahlreiche Mitwirkende, und illustriert wird alles mittels rund einhundert im Text eingestreuter s/w-Fotos. Darstellerin Rachel Ward und weitere Regisseure ergänzen die Ausführungen noch mithilfe eingehender Interviews. Und zwischendurch gibt es sogar einen Abstecher ins Musikgeschäft, indem Bobby Goldsboro („Honey“) seine Erinnerungen an die Aufnahmen von Burts 1973er Vinyl-LP „Ask Me What I Am“ (Mercury SRM-1-693) preisgibt, und ihn stimmlich gar mit Dean Martin vergleicht.
Text: U. K. Baues, Foto: R. Gehring