Buch: American International Pictures – A Comprehensive Filmography

American International Pictures (AIP) gehörten nicht zu den großen Hollywood-Gesellschaften. Das 1954 als American Releasing Company gegründete Unternehmen trat als unabhängiges Studio im Wettstreit um die Gunst der Kinogänger an. Dies gelang mit teilweise geradezu durchschlagenden Erfolgen. Die Konzentration auf den Markt der Jugendlichen führte bevorzugt zur Herstellung von Science-Fiction-Filmen, Historien-Schinken und Horror-Streifen, welche sich die Fans gerne in den damals noch weit verbreiteten Autokinos reinzogen. Zusätzlich gründete man mit AITV eine Fernsehgesellschaft. Es gab anfangs auch einige wenige Western-Produktionen, aber erst die Zusammenarbeit mit europäischen Firmen gab AIP die Gelegenheit, durch den Vertrieb von Spaghetti-Western wie „Apache Fury“ (1964, „Überfall auf Fort Yellowstone“) mit Frank Latimore, oder „The Brute and the Beast“ (1966, „Django - sein Gesangbuch war der Colt“) mit Franco Nero und George Hilton, auf der Western-Welle mit zu schwimmen. Auch die Sex-Welle schwappte via AIP in die US-Kinos, als dort nämlich 1968 der westdeutsche Aufklärungsfilm „Helga“ anlief. Mit Waylon Jennings und dem „Nashville Rebel“ gab es 1966 sogar einen (erfolglosen) Schwenk zur Country Music. Hinsichtlich der Pop-Musik konnte AIP dagegen ab und zu glänzen – so entstanden 1969 Kultstreifen wie „Chastity“ mit Cher (Bono), und der „Magic Christian“ mit Peter Sellers und Ringo Starr. Aber der ganz große Wurf gelang AIP in den sechziger Jahren durch die Welle der „Beach Movies“, wobei es sich um eine Reihe der sogenannten Strandfilme handelte. Fast alle spielten an der kalifornischen Küste, und wiesen eine fast stets identische Darstellerriege auf, wobei Annette Funicello, Frankie Avalon, Jody McCrea, Harvey Lembeck und Urgestein Buster Keaton die Stars abgaben. Es gab darin harmlos-lustige Handlungsstränge, und vor allem viel Musik. Der Autor listet hier sämtliche Streifen in alphabetischer Folge auf, bestimmt das Herstellungsjahr, weist auf s/w- oder Farbfilm hin, gibt Filmlänge, Herstellfirma samt AIP-Produktionsnummer an, und nennt sowohl Regisseur als auch Hauptdarsteller. Es folgt dann jeweils eine Art Inhaltsangabe, ergänzt durch detaillierte Hinweise auf interessante Fakten rund um den jeweiligen Streifen, bzw. dessen Darsteller. In den Text eingestreut findet man zahlreiche s/w-Abbildungen, überwiegend Szenenfotos, Kinoplakate und Filmanzeigen, zu vielen der rund 800 AIP-Produktionen.
Ulrich K. Baues