Buch: The American International Pictures Video Guide

Der Titel des Buches spiegelt den Inhalt nur in bescheidenem Maße wider. Ein „Video Guide“ wäre er in dieser schnelllebigen Zeit ohnehin sofort veraltet. Doch das Buch bietet unendlich mehr, als schlichte Hinweise auf Veröffentlichungen im VHS- oder DVD-Format. Mit American International Pictures bestand seit 1954 eine unter dem Namen American Releasing Company gegründete Produktions- und Vertriebsfirma, die bis zu ihrem Verkauf an Filmways, Inc. 1979 bestand. AIP trat in Konkurrenz zu den etablierten Hollywood-Studios wie MGM oder Paramount an, und zwar mit niedrigen Budgets. Nichtsdestotrotz konnte sie erfolgreiche Filme in die Kinos bringen. AIP zielte auf ein jugendliches Publikum, und produzierte zu einem großen Teil Horror-, Kriegs- und Kriminalfilme. Allerdings gab es auch Western, wie beispielsweise „Fünf Revolver gehen nach Westen“ („Five Guns West“, 1955) mit John Lund, „Sonntag sollst Du sterben“ („Gunslinger“, 1956) mit Beverly Garland, oder „Kalifornische Rache“ („California“, 1963) mit Jock Mahoney. Aber die größten Gewinne fuhr AIP mit der Reihe der Beach Movies ein. Hier spielten jedesmal in mehr oder weniger gleichen Rollen Frankie Avalon und Annette Funicello mit. Der erfolgreiche Start mit „Beach Party“ (1963) führte bei AIP bis 1966 zu einer Welle solcher Streifen, insgesamt ein Dutzend, mit ähnlichen Titeln wie „Beach Blanket Bingo“, „Bikini Beach“, usw. Das vorliegende Buch behandelt alle AIP-Produktionen oder von AIP vertriebenen Filme, von denen bei Drucklegung VHS- oder DVD-Ausgaben existierten. Zu jedem alphabetisch nach Titel geordneten Eintrag gibt es die üblichen Filmdaten samt kurzen Darstellerlisten, Monat und Jahr des Erscheinens, den Hinweis ob s/w oder farbig gefilmt, und eine kurze Beschreibung des Mediums. Damit nicht genug – es folgt jeweils die Inhaltsangabe zum Streifen, meistens verpackt in weitere Informationen zur Produktion und zu den Mitwirkenden. Bei einigen Filmen stehen auch die in der Handlung enthaltenen Songs aufgeführt, und bei anderen schließt der Eintrag mit einer Kurzkritik aus „Hollywood Reporter“ oder ähnlichen Publikationen. Einem Großteil der Filme spendierte der Autor zusätzlich eine s/w-Abbildung.
Ulrich K. Baues