Bluray-Box: Die Leute von der Shiloh Ranch, Staffel 2

Im September 1963 startete über die US-Sendeanstalt NBC die zweite Staffel dieser Westernserie. Bis zum Mai 1964, und somit dreißig Folgen später, verfolgten dort durchschnittlich rund 24 Millionen Haushalte jeden Mittwochabend ab 19:30 Uhr die fesselnden Abenteuer aus Medicine Bow in Wyoming. Geringe Konkurrenz erwuchs lediglich seitens der ABC, die im gleichen Zeitfenster „The Adventures of Ozzie and Harriet“ (mit u. a. Ricky Nelson), sowie die „Patty Duke Show“ ins Rennen schickte; beiden s/w-Serien blieb eine Ausstrahlung hierzulande versagt. Ausgewählte Episoden aus der zweiten „Shiloh“-Staffel strahlte das ZDF erst viele Jahre später aus, verteilt über den Zeitraum 1970, 1971, 1973 und 1979. Gegenüber den ersten Folgen änderte sich die Besetzung nur minimal. Randy Benton (Boone) stieß neu zur Mannschaft der Ranch, wogegen die Zeitungsreporterin Molly Wood (Pippa Scott) nicht mehr auftauchte.
Von den dreißig Episoden dieser zweiten Staffel erhielten insgesamt zwanzig eine deutsche Synchronisation. Die verbliebenen zehn Folgen werden hier im Original vorgestellt, womit die Staffel komplett vorliegt. Als überdurchschnittlich interessant dürften dabei „Der Rächer“, sowie „First to Thine Own Shelf“ gelten; im „Rächer“ erfährt man, wie Trampas (McClure) zur Shiloh-Ranch kommt, und in „First“ kann man erstmalig Randy Boone als Randy Benton erleben. Letzterer ersetzt eine Zeitlang den abwesenden Steve Hill (Clarke). Die diesmalige Riege an prominenten Gaststars umfasst Joan Blondell, Robert Redford, Yvonne DeCarlo, Darren McGavin, Jeremy Slate, Paul Petersen, Peter Breck, uvm. Mit Leonard Nimoy and DeForest Kelley sieht man sogar die späteren „Raumschiff Enterprise“-Helden in „A Man of Violence“ gemeinsam agieren. Erstmalig tauchten die „Leute von der Shiloh Ranch“ nun auch in den jährlichen, von Nielsen ermittelten „Top Rated Programs“ auf. Im Zeitraum 1963-1964 lag „The Virginian“ auf Position 17, zwar weit hinter den hier an 2. Stelle plazierten Abenteuern von „Bonanza“, aber immerhin noch deutlich vor den „Rauchenden Colts“.
Gary Clarke, Darsteller des Steve Hill, versuchte sich übrigens mit dem „Theme from The Virginian“ (Decca 31511) erneut als Sänger, allerdings ohne Erfolg. Ebenfalls glücklos blieb auch „Betsy“ Roberta Shore mit ihrer Single „Let There Be Peace on Earth“ (Dot 45-16483).
Das Bild verfügt natürlich weiterhin über das 4:3-Format, und zeigt also auf 16:9-Bildschirmen links und rechts die unvermeidlichen schwarzen Balken. Auch bei den Sprachen lässt sich hinsichtlich der synchronisierten Fassungen wie gewohnt zwischen Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0 Mono wählen. Die restlichen Folgen bieten einzig Englisch in Dolby Digital 2.0 Mono, und verfügen über deutsche Untertitelungen. Es liegt wiederum ein überwiegend farbig illustriertes Booklet bei, woraus sich Beschreibungen zu Entstehung und Ausstrahlung der Serie, sowie Vorstellungen der Hauptdarsteller samt ihren Rollen, entnehmen lassen. Auch der mehrseitige Episodenführer fehlt darin nicht.
Ulrich K. Baues