Bluray: Urban Cowboy

Man sieht den Film mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits erfreut man sich natürlich an der längst überfälligen Veröffentlichung des „Urban Cowboys“ auf Bluray, zum anderen wird man aber beim Anspielen des Streifens sofort an die kürzlich bekannt gewordene Nachricht über das Ableben von Charlie Daniels erinnert. Der begnadete Gitarrist und Fiddler erlag erst vor wenigen Wochen in Nashville einem Schlaganfall. Hier im „Urban Cowboy“ gab er u. a. seinen größten Erfolg „The Devil Went Down to Georgia“ zum Besten.
Der Streifen löste zu Beginn der achtziger Jahre einen regelrechten Boom aus, indem er das Reiten auf einem mechanischen Bullen weltweit populär machte. Der junge Bud (Travolta) aus dem ländlichen Texas bewirbt sich in Houston als Ölarbeiter. Abendlicher Anziehungspunkt ist für ihn das „Gilley’s“ im nahen Pasadena. Durch sein Cowboy-Image weckt er das Interesse von Sissy (Winger). Zwar treten sie relativ schnell vor den Traualtar, doch Bud passen Sissys Versuch, es ihm beim Bullenreiten und Trinken gleichzutun, keineswegs. Da irgendwann auch Eifersüchteleien ins Spiel kommen, bleiben Streitereien samt anschließender Trennung nicht aus. Teilweise verläuft die Handlung geradezu übel, kriminelle Machenschaften trüben das Bild, und Bud und Sissy geraten an neue Partner. Aber natürlich fügen sich die Gegebenheiten dergestalt zueinander, dass die beiden am Ende der Handlung wieder ein Paar abgeben.
Was den „Urban Cowboy“ gerade für die Country Music Fans zum Kultfilm erhebt, ist der grandiose Soundtrack. Die gleichnamige Vinyl-LP stand seinerzeit wochenlang an der Spitze der Album-Charts, und die Verkaufszahlen bescherten ihr sogar Platinstatus. Mehrere daraus ausgekoppelte Singles von Künstlern wie Charlie Daniels, Anne Murray, Johnny Lee, Kenny Rogers oder Mickey Gilley dominierten in den Monaten nach dem Erscheinen die Hitparaden der Country Music, einige davon erreichten sogar die Spitzenposition.
Die Bluray bietet Deutsch und Französisch in Dolby Digital 2.0 Mono, und dazu die englische Originalfassung in DTS-HD MA 5.1. In allen drei genannten Sprachen lässt sich auch untertiteln. Als Bild sieht man das Format 2,35:1, weshalb die gängigen 16:9-TV-Geräte oben und unten schwarze Streifen zeigen. Bei den Extras sollte man sich Mickey Gilleys 15minütigen Beitrag über das „Gilley’s“ und die damaligen Dreharbeiten nicht entgehen lassen, ebenso wenig die entfallenen Szenen und die Outtakes. 
Ulrich K. Baues