Bluray: Unser Mann in Rio

Man darf diese auf damalige James-Bond-Filme gemünzte Parodie natürlich nicht ernst nehmen. Der „Mann in Rio“ heißt Kelly (Connors), ist ein Agent des CIA, und soll einen heimtückischen Plan vereiteln. Diesen heckte der Brasilianer Ardonian (Vallone) aus, worin er mit Hilfe Chinas durch einen Satelliten die Bewohner der USA mittels Bestrahlung unfruchtbar machen will. Allerdings spielt Ardonian auch gegenüber China nicht mit offenen Karten. In Wirklichkeit will er die gesamte Erdbevölkerung sterilisieren, und durch eine mittels eingefrorener schöner Damen von ihm neu gezeugte Erdbevölkerung ersetzen. Kelly soll dies um jeden Preis verhindern. Er kämpft nicht alleine, denn die britische MI6-Agentin Susan (Provine) unterstützt ihn. Dieser wiederum steht der Chauffeur James (Terry-Thomas) samt Rolls Royce zur Seite. Der Vorspann zeigt zwar die imposanten Iguazú-Wasserfälle, doch die Handlung startet erstmal im 800 km davon entfernten Rio de Janeiro, genauer gesagt an der bekannten Christus-Statue. Mit teils bei „007“ abgekupferten technischen Überrumpelungen und Verfolgungsjagden, gelingt es dem amerikanisch-britischen Agentenpaar dann in letzter Sekunde, die finsteren Pläne zu verhindern. Sogar einige Indianer baute man in die Handlung ein. Der Soundtracktitel "Kiss the Girls and Make Them Die", gesungen von der Schottin Lydia MacDonald, erschien ausschließlich in Italien auf einer Vinylsingle (Parade PRC5013).
Mike Connors spielte zuvor auch in Cowboyfilmen mit, wie 1955 bei „Fünf Revolver gehen nach Westen“ oder 1960 im hierzulande nicht gestarteten „The Dalton That Got Away“. Just vor Beginn der Dreharbeiten zu „Rio“ stand er noch für den Western „San Fernando“ an der Seite von Ann-Margret und Bing Crosby vor der Kamera. Nach „Rio“ übernahm er für acht Jahre die Rolle des „Mannix“ in der gleichnamigen TV-Serie, aus der ihn sicherlich viele Leser/inne/n noch kennen. Auch Dorothy Provine verfügte über Western-Erfahrungen, die sie als häufiger Gaststar in TV-Serien der fünfziger Jahre sammelte. Raf Vallone gab sein Western-Debut unmittelbar vor „Rio“ an der Seite von Steve McQueen in „Nevada Smith“, übernahm 1970 die Titelrolle in „Kanonen für Cordoba“, und war im Jahr darauf neben Johnny Cash und Kirk Douglas einer der „Rivalen des Todes“.
Das sprachliche Angebot besteht aus Deutsch und Englisch, jeweils in DTS-HD MA 2.0 Mono. Erstaunlicherweise gibt es keine Möglichkeiten zur Untertitelung. Das Bildformat 1,85:1 erzeugt auf den gängigen 16:9-Monitoren keinerlei schwarze Streifen. Beim Bonusmaterial lassen sich der deutsche Kinotrailer und ein Audiokommentar aufrufen, und als Beilage gibt es ein farbig illustriertes Booklet mit vielen Informationen über den Streifen, und über sämtliche Darsteller.
Ulrich K. Baues