Bluray: Mit mir nicht, meine Herren

Es geht beschaulich zu in Cape Anne im US-Staat Maine. Doch dieser Eindruck hält sich nur kurz. Jane Osgood (Day) ist Witwe mit zwei Kindern, und bestreitet ihren Lebensunterhalt durch ihre Hummerfarm. Plötzlich wird sie vom örtlichen Bahnhofsvorsteher von der Rücksendung einer inzwischen verdorbenen Lieferung über dreihundert Hummer informiert. Jane sandte diese zwar rechtzeitig zum Country Club nach Marshalltown, aber aus Kostengründen stand dann im dortigen Bahnhof kein Personal mehr zur Verfügung. Also eindeutig Verschulden seitens der Eastern & Portland Eisenbahn, wie es ihr Freund und Anwalt George (Lemmon) bestätigt. Die Vertreter der Gesellschaft bieten auf Anweisung des hinterlistigen Eisenbahn-Chefs Malone (Kovacs) zwar 700 Dollar Entschädigung, doch Jane lehnt ab. Sie verlor ja durch die Fahrlässigkeit nicht nur die Ware, sondern auch ihre Geschäftsbeziehung zum Hauptkunden Country Club. Jane klagt, und bekommt in erster Instanz recht. Der Anwalt der Gegenseite erklärt jedoch den Willen der Gesellschaft, diesen Prozess durch alle Instanzen hindurch zu führen. Die empörte Jane erwirkt nun eine Beschlagnahme des Zuges „Old 97“. Der Fall schlägt inzwischen Wellen, und durch die örtliche Telefonistin Matilda (Wickes) erfährt auch der New Yorker „Daily Mirror“ davon. Reporter Larry (Forrest) wird nach Cape Anne geschickt, und berichtet über dieses Ereignis. Jane tritt nun sogar in mehreren TV-Shows auf, mit durchwegs positiver Publikumsresonanz, worauf Malone scheinbare Zugeständnisse macht. Jane und Larry feiern in New York diese Erfolge mit Champagner, und kommen sich etwas näher. George dagegen hütet Janes Haus und die Kinder, und billigt dies keineswegs, da er selbst ja seit langem ein Auge auf sie geworfen hat. Durch den ganzen Medienrummel gehen nun jede Menge Bestellungen bei Jane ein, und nur mittels der beschlagnahmten „Old 97“ lassen sich diese zeitgerecht ausliefern. Alle im Ort helfen, nachdem George sie im Stadtrat an die Verdienste von Janes Familie im Kampf gegen die Indianer erinnerte. Mit ihrem pensionierten Onkel Otis (Brown) verfügen Jane und George sogar über einen Lokführer. Doch Malone trickst überall, lässt Bahnstrecken sperren, verweigert die Fahrerlaubnis, etc. Von seinen Beratern wirft dann allerdings einer nach dem anderen das Handtuch. So etwas wie eine Läuterung passiert erst, nachdem Malone selbst auf Jane und George trifft. Der Zug bleibt nämlich mangels Kohlen auf einer Bahnkreuzung stehen. Nach einigen ruppigen Tönen stimmt er der nötigen Kohlelieferung zu, und hilft dann sogar George beim Schaufeln. Zwischendurch erklärt Jane sich für George, und bei Ankunft der „Old 97“ in Cape Anne muss auch Larry dies anerkennen. Malone stiftet überdies noch den Kauf eines neuen Feuerwehrwagens für den Ort, entzieht sich aber dann durch schnelle Flucht dem Jubel der Einwohner.
Die durchaus ernst gemeinte Kampfansage „Mit mir nicht, meine Herren“ landete trotz gefälliger Szenerie mit Country-Flair, Town & Country-Wagen, Straßenkreuzern, Dampflok und der originellen Handlung nur auf Platz 51 der 1959 in Nordamerika erfolgreichsten Kinofilme. Eigentlich unverständlich, da Doris Day seinerzeit eine Größe im Filmgeschäft darstellte, und Jack Lemmon gerade auf den riesigen Erfolg von „Manche mögen’s heiß“ zurückblickte. Ernie Kovacs dagegen drehte erst im Jahr darauf mit John Wayne den Western „Land der 1000 Abenteuer“, und Steve Forrest den „Flammenden Stern“ an der Seite von Elvis Presley. Über den Vorspann hört man Doris Day mit dem Titelsong „It Happened to Jane“, und im weiteren Verlauf der Handlung stimmt sie mit Unterstützung der von George geführten Boy Scouts die Aufforderung „Be Prepared“ an. Sogar Jack Lemmon darf ein paar Worte beitragen. Beide Songs erschienen im August 1959 passend zum Filmstart auf einer Single („Be Prepared”/„It Happened To Jane”, Columbia 4-41391); bis auf eine geradezu lächerliche Position 109 in der Pop-Hitparade des Fachmagazins „Music Vendor“ (später in „Record World“ umbenannt) hinterließ sie keinerlei Spuren in den Charts.
Mit Deutsch und Englisch im linearen PCM 2.0 Mono erhält man das Standard-Sprachangebot. Untertiteln lässt sich ebenfalls auf Deutsch und Englisch. Dank des Bildformats 1,78:1 zeigen sich auf den gängigen 16:9-Monitoren keinerlei schwarze Streifen. Leider verzichtete man hierbei auf jegliches Bonusmaterial.       
Ulrich K. Baues