Bluray: McLintock!

Ernst nehmen darf man die Abläufe dieser seinerzeit mit großem Erfolg im Kino gestarteten Westernkomödie auf keinen Fall. George Washington McLintock (J. Wayne) stellt einen Großrancher der alten Garde dar, nach außen raubeinig, aber im Inneren doch ein netter Kerl. Der Hauptort der Gegend und die Bahnstation in der Mesa Verde tragen seinen Namen. Seine Tochter Becky (Powers) kommt vom College im Osten zurück, allerdings steht ihm unerwartet auch der Besuch von Gattin Katie (O’Hara) ins Haus. Die beiden leben seit geraumer Zeit getrennt, und Katie will nun die Scheidung, da sie vom Gouverneur Humphrey (Lowery) umworben wird. Während also Becky herzlich willkommen geheißen wird, fällt die Begeisterung bei Katie wesentlich verhaltener aus, zumal sie sich einfach auf der Farm wieder einquartiert. Dann gibt es noch eine Gruppe Siedler, denen die Regierung Ackerland versprach, wozu McLintock aus Erfahrung meint, in dieser Höhenlage wäre Getreideanbau nicht möglich. Einen der Siedler, Dev (P. Wayne), stellt er als Cowboy ein, seine Mutter Louise (De Carlo) als Köchin und Haushälterin. Es gibt dann eine wilde Schlammschlacht zwischen Siedlern und Cowboys, nachdem McLintock den Lynchmord an einem Komantschen verhinderte. Des Weiteren gibt es zwei Bewerber um Beckys Gunst, nämlich Dev und Banjospieler Douglas (van Dyke), wobei Dev letztendlich das Rennen macht. Und plötzlich sieht Katie in Louise eine Konkurrentin, womit Eifersüchteleien vorprogrammiert sind. Zwischendurch sollen auch die ansässigen Komantschen nach Oklahoma umgesiedelt werden, was der Gouverneur vorantzreibt, doch dank McLintocks Gegenwart nicht umgesetzt werden kann. Beim großen „4. Juli“-Fest eskaliert die Situation, indem Katie den Gouverneur abweist, jedoch von McLintock in Unterwäsche durch den Ort gejagt wird, um dann unter dem Gejohle der Anwohner den Hintern versohlt zu bekommen. McLintock reitet nach getaner Arbeit mit seinem Gespann los, doch Katie folgt ihm im Laufschritt, und erreicht es noch. Dies besiegelt diese ungewöhnliche Versöhnung.
Diese Komödie landete 1963 in den USA auf Platz 9 der erfolgreichsten Kinostreifen des Jahres. Über dem Vorspann hört man den Song „Love in the Country“, auch als „McLintock’s Theme“ bezeichnet, in der Version der New Yorker Folkband The Limeliters. Der Titel erschien auch als Single (RCA-Victor 47-8255), hinterließ jedoch keine Spuren in den Charts. Zu finden ist diese seltene Aufnahme auf der Bear Family-CD „From Alamo to El Dorado“ (BCD 15983). Ebenso erfolglos blieben die Original Motion Picture Soundtrack-LP auf United Artists (UAL 4112), sowie die Singleauskopplung „McLintock’s Theme“ / „Just Right For Me“ (UA 655) mit Jerry van Dyke & Stefanie Powers; beide Titel werden während der Filmhandlung angestimmt. Der kommerzielle Misserfolg sämtlicher Soundtrack-Ausgaben bleibt unerklärlich, gerade weil dieser Western einen Kassenknüller abgab.
Mit Deutsch und Englisch in DTS-HD MA 5.1 bietet die Scheibe das Standard-Sprachangebot. Untertiteln lässt sich einzig auf Deutsch. Das Bildformat 2,35:1 bewirkt auf den gängigen 16:9-Monitoren oben und unten schwarze Streifen. Zum Bonusmaterial zählen ein in s/w gehaltenes „Making of“ von Maureen O’Hara, sowie der Original- und der deutsche Kinotrailer – bei letzterem heißt der Film tatsächlich „Mac Lintock“.                   
Ulrich K. Baues