Bluray: Kilometerstein 375

Dieses von manchen Kritikern als „film noir“ bezeichnete s/w-Drama spielt in den Appalachen, genauer gesagt, in den Smoky Mountains des östlichen Tennessees, an der Grenze zu Nord Carolina. Wie man aus den Texten mancher Country Songs wie „Carolina Moonshiner“ weiß, lag hier früher das Zentrum der Schwarzbrennerei von Whiskey. Koreakriegs-Veteran Lucas Doolin (R. Mitchum) fährt die fertigen Produkte seines Vaters Vernon (Bardette) zu den Kunden, und wie alle anderen Fahrer hütet er sich stets vor den Fahndern der Polizei. Carl Kogan (Aubuchon), ein Gangsterboss aus Chicago, versucht die Schwarzbrenner zu bewegen, für ihn zu arbeiten. Er will sich an die Spitze des lukrativen Geschäfts setzen. Vor Mord schreckt er nicht zurück, wie die Anschläge auf einige Fahrer zeigen. Da unter den Opfern auch Lucas‘ Partner zu finden sind, geraten Kogan und Doolin aneinander, als er ihn in Memphis aufsucht und zur Rede stellt. Doolin und andere wollen sich trotzdem nicht unterordnen. Aber die Zeiten ändern sich. Polizeiagent Barrett (Barry) will Doolin überreden, gemeinsam gegen Kogan vorzugehen. Sowohl Lucas‘ Bruder Robin (J. Mitchum), als auch seine Freundin, die Nachtclubsängerin Francie (Keely), befürworten dies, stoßen jedoch auf taube Ohren. Also startet Lucas noch einmal nach Memphis, doch diesmal endet es für ihn tödlich.
Robert Mitchum brillierte hier nicht nur als Darsteller, sondern arbeitete auch als Produzent und Drehbuchautor mit, und beteiligte sich sogar am Soundtrack. Man kann in der Handlung einen der ganz wenigen Filmauftritte der Jazz-Sängerin Keely Smith verfolgen, die solo und auch an der Seite ihres zeitweiligen Gatten Louis Prima in den fünfziger Jahren als Show-Star geradezu verehrt wurde. In der kleinen Rolle als Fahrer Stacey entdeckt man Peter Breck, später jahrelang als Nick Barkley in der TV-Westernserie „Big Valley“ zu bewundern. Robert Mitchums Sohn James feiert hier sein Filmdebut als Lucas‘ Bruder Robin, eine Rolle, die man ursprünglich Elvis Presley antrug, was jedoch wie zu erwarten an der Gagenforderung seines Managers scheiterte.
Die ARD strahlte dieses Drama bereits vor mehreren Jahren unter dem Titel „Die letzte Fahrt nach Memphis“ aus. Es erschien in den USA zwar seinerzeit keine Soundtrack-LP, aber stattdessen veröffentlichten Capitol Records gleich drei Singles. Eine davon, Jack Marshall & Orchester mit dem instrumentalen „Thunder Road Chase“ (Capitol F3978), hinterließ keine Spuren in den Charts. Bei Keely Smith mit der „The Whippoorwill“ (Capitol F3975) reichte es immerhin zu Platz 77 im Fachmagazin Music Vendor. Doch Robert Mitchum schoss den Vogel ab, denn obwohl im Film nicht er, sondern der Musiker Randy Sparks den Titelsong „The Ballad of Thunder Road“ sang, belegte seine Single (Capitol F3986) sowohl 1958, und erneut 1962, Positionen im Mittelfeld der maßgeblichen US-Charts. Alle diese Titel und zahlreiche weitere Musikbeiträge zum Film gibt es übrigens auf der Bear Family-CD „Thunder Road“ BCD 17314 (s. Country-Mag vom 23. 1. 2015).
Das ordentliche s/w-Bild im Format 1:85:1 füllt die gängigen TV-Bildschirme komplett aus. Deutsch und Englisch werden als DTS-HD MA 2.0 angeboten, und in beiden Sprachen kann auch untertitelt werden. Als Bonusmaterial lassen sich der Original-Kinotrailer, die obligatorische Bildergalerie mit zahlreichen Fotos und Kinoplakaten, sowie ein als Videoclip gedachter Beitrag mit einem autofahrenden Robert Mitchum samt seiner Version der „Thunder Road“, aufrufen
Damit ist noch nicht genug. Koch Films aus Planegg und euer „Country-Mag“ taten sich wie gewohnt zusammen, und stellen hier und jetzt drei DVD-Ausgaben des spannenden Streifens „Kilometerstein 375“ für eine Verlosung zur Verfügung! Robert Mitchum schmuggelt dann möglicherweise in Kürze den schwarz gebrannten Whiskey durch euer Heimkino! Eine faszinierende Vorstellung, oder? Da sollte man doch unbedingt an dieser Verlosung teilnehmen. „Mitgemacht!“ heißt also die Devise, und dies geht wie stets ganz einfach – eine eMail mit genauer Absenderangabe an
senden, und man erhält die Chance auf den Gewinn einer der drei DVDs. In die Betreffzeile gehört dabei: „Kilometerstein 375“. Als Einsendeschluss gilt diesmal der 10. November 2020. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Den Teilnehmer/innen wünschen wir natürlich viel Glück!
Ulrich K. Baues