Bluray: Eins, zwei, drei

Bei dieser völlig abgedrehten s/w-Komödie trug Billy Wilder („Manche mögen‘s heiß“) die Regieverantwortung. Somit bietet der Streifen die Gewähr für Spitzendialoge und ausgefeilte Szenen, und vor allem für kurzweilige Unterhaltung. Die Story spielt im geteilten Berlin vor dem Mauerbau, und ist förmlich an den Haaren herbeigezogen. MacNamara (Cagney), Leiter der West-Berliner Coca Cola-Niederlassung, obliegt die Verantwortung für Scarlett (Tiffin), Tochter seines Chefs, die sich zu Besuch in Berlin aufhält. Allerdings führt die junge Dame nachts ein Eigenleben, welches in einer heimlichen Hochzeit mit dem jungen Ost-Berliner Kommunisten Otto Piffl (Buchholz) mündet. Scarletts besorgte Eltern kündigen sich überraschend aus Atlanta an. Nun stellt sich auch noch ihre Schwangerschaft heraus. MacNamara muss also eine Menge regeln. Mit zahlreichen Aktionen in Ost- und West-Berlin versucht er die Lage vor Eintreffen seines Chefs zu klären. Gefoltert wird Otto von der VoPo durch ständiges Abspielen des „Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikinis“ von Brian Hyland. Er gesteht daher eine natürlich nie erfolgte Spionagetätigkeit. Wieder zurück in West-Berlin zwingt MacNamara ihn zur Annahme westlicher Sitten. Und alles gelingt: der zuvor überzeugte Kommunist Otto wird durch Adoption zum Adligen, und der frischgebackene Schwiegervater Hazeltine (St. John) freut sich über das Glück seiner Tochter. Otto erhält sogar den Posten des Leiters der Londoner Filiale, und MacNamara darf endlich wieder zurück nach Atlanta.
Da noch während der Dreharbeiten der Mauerbau begann, passte der Streifen bei Kinostart absolut nicht mehr ins Weltbild. Erst viele Jahre später erfuhr er die verdienten Würdigungen seitens der Kritiker. Viele Mitwirkende ergatterten vor und nach Beendigung der Dreharbeiten Rollen in Western-Filmen. Horst Buchholz fand sich im Jahr davor als einen der „Glorreichen Sieben“ wieder. James Cagney wirkte beispielsweise u. a. in „Mein Wille ist Gesetz“ mit. Für Ralf Wolter, hier noch als sowjetischer Funktionär zu sehen, begann im Jahr darauf mit der Suche nach dem „Schatz im Silbersee“ seine erfolgreiche Zeit als Sam Hawkins in den Karl-May-Filmen. Und Pamela Tiffin erhielt sofort danach eine Hauptrolle im Spielfilm “Texas-Show“ an der Seite von Pat Boone, Ann-Margret und Bobby Darin, und kämpfte später gegen die „Vierzig Wagen westwärts“.
Das Bild im Format 2,35:1 verursacht auf den 16:9-Fernsehern oben und unten schwarze Balken. Bezüglich der Sprachen lässt sich zwischen Deutsch und Englisch in PCM 2.0 wählen, und beide stehen auch für Untertitel zur Verfügung. Die Extras fallen üppig aus, denn es gibt den deutschen und englischen Kinotrailer, eine rund anderthalbstündige Art Interview zwischen Regisseur Wilder und Hellmuth Karasek, dazu zwei weitere Beiträge, und dann die obligatorische Bildergalerie mit Filmplakaten und Aushangfotos, teils in Farbe.
Auf das ohnehin reichliche Angebot an Extras setzen wir noch eins drauf, denn zusammen mit der Firma Koch Films aus Planegg verlosen wir jetzt zwei Bluray-Ausgaben dieser amüsanten Verfilmung „Eins, zwei, drei“. Die Teilnahme an der Verlosung gestaltet sich wie gewohnt sehr einfach, denn man braucht lediglich eine eMail mit genauer Absenderangabe an
zu senden. Damit erhält man die Chance, eine der beiden Blurays zu gewinnen. In die Betreffzeile gehört natürlich: „Eins, zwei, drei“. Als Einsendeschluss gilt diesmal der 23. Oktober 2021.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen allen Teilnehmer/inne/n wie stets viel Glück!                    
Ulrich K. Baues