Bluray: Der Kaiser von Kalifornien

Der Südtiroler Luis Trenker spielte hier als Darsteller die Hauptrolle, saß im Regiesessel, und stellte sich auch noch als Produzent zur Verfügung. Heraus kam ein spannender Western aus deutscher Produktion, und nach allgemeiner Einschätzung den damaligen US-Erzeugnissen durchaus ebenbürtig. Als hervorragende Leistungen lassen sich die Massenszenen ansehen, und die vergleichsweise positive Darstellung der Indianer. Verfilmt wurde hier ein Teil der Lebensgeschichte von Johann August Suter. Bei Suter (auch Sutter geschrieben) handelt es sich um eine historische Figur, in der damaligen Markgrafschaft Baden geboren, und bald in die Schweiz gezogen. Aus politischen Gründen flieht er 1836 von dort in die USA, wozu ihm ein seltsamer Fremder (Minetti) in einer Erscheinung rät. Hier zieht er mit seinen neuen Freunden Ermattinger (Gerold) und Billy (Verhoeven) unter manchen Abenteuern nach Westen, ins damals noch spanische Kalifornien. Da er sich mit den Regierenden einigen kann, erhält er die Möglichkeit, dort ein eigenes Land zu schaffen. Neu-Helvetien entwickelt sich sehr gut, und macht ihn zu einem reichen Mann. Allerdings findet sein Arbeiter John Marshall (Pasch) im Januar 1848 an der Sägemühle Suter’s Mill (s. Foto) Gold. Da er dies nicht verheimlicht, verbreitet sich die Nachricht des Fundes in Windeseile.
Der dann unter Mißachtung sämtlicher Verträge und Bestimmungen einsetzende Goldrausch zerstört Suters Lebenswerk. Seine Ländereien werden von Glücksrittern schlichtweg besetzt, und seine Felder und Weiden können nicht mehr bestellt werden. Es gibt weder Recht noch Ordnung, da auch Gesetzeshüter und Soldaten alles hinwerfen, um nach Gold zu graben. Ein Urteilsspruch des Obersten US-Gerichtes gibt Suter letztendlich Genugtuung. Er fordert unmittelbar danach die sofortige Räumung seiner Gebiete, woraufhin ein Aufstand losbricht. Historisch unzutreffend, stirbt Suter im Film dann auf den Stufen des Kapitols, nachdem ihm der seltsame Fremde erneut erschien, und ihm eine Vision des modernen Amerikas zeigte.
Beim Filmfestival von Venedig 1936 erhielt der „Kaiser“ die Coppa Mussolini als „Bester ausländischer Film“. Wie seinerzeit üblich, zeigt der restaurierte s/w-Streifen ein 4:3-Format. Als Sprache findet einzig Deutsch in DTS-HD MA 2.0 in Mono Verwendung. Es gibt zwei Extras, einmal das fast zwanzigminütige Essay von Hans Günther Pflaum, betitelt „Der schönste deutsche Western“, und zum anderen das achtseitige Booklet, mit einigen s/w-Fotos, einer Abhandlung von Heike Kühn über den Film, sowie mit detaillierten Produktionsnotizen. Der vor 130 Jahren in St. Ulrich geborene Luis Trenker starb 1990 in Bozen im gesegneten Alter von über 97 Jahren.
Text: U. K. Baues / Foto: R. Gehring