Bluray: Brüll den Teufel an

Man könnte rückblickend meinen, Roger Moore hätte in den siebziger Jahren auf der Höhe seines Ruhms gestanden. Zumindest als „James Bond“ trat er zwischen 1974 und 1979 insgesamt vier Mal vor die Kameras – wie man weiß, sehr erfolgreich. Bei seinen weiteren Engagements jener Zeit hakte es jedoch teils merklich. Seine TV-Serie „The Persuaders!“ lief recht erfolgreich in Großbritannien, erzielte nur wenig Begeisterung in den USA, aber zumindest in Deutschland verbuchten „Die Zwei“ aufgrund witziger Synchronisation hohe Einschaltquoten. Bei Moores Kinofilmen lief es ähnlich, „Gold“ (1974) schlug sich recht gelungen, die „Wildgänse“ (1978) liefen nur in Europa zufriedenstellend, andere Streifen erzielten deutlich weniger Zuspruch. Da ging es bei Lee Marvin eindeutig solider zu, denn seiner Bestimmung als Held in Western und Abenteuerfilmen blieb er durchgehend erfolgreich treu. Er feierte 1973 mit dem Hobo-Streifen „Ein Zug für zwei Halunken“ einen Erfolg an den Kinokassen, brachte im Jahr darauf „Vier Vögel am Galgen“, und outete sich 1976 als „Supermann des Wilden Westens“.
Mit der Aufforderung „Brüll den Teufel an“ stellten sich die beiden Stars 1976 gemeinsam dem Kinopublikum. Trotz des Western-typischen Bluray-Titelbildes beginnt die Handlung 1913 auf Sansibar. Der Amerikaner O’Flynn (Marvin) wildert im damaligen Deutsch-Ostafrika Elefanten, und treibt Schmuggel mit dem Elfenbein. Den anfangs ahnungslosen Engländer Oldsmith (Moore) bindet er geschickt in seine Aktivitäten ein. Mit dem deutschen Kommandanten Fleischer (Kolldehoff) steht ihnen ein gefährlicher Gegner im Weg. Es geht irgendwann nicht mehr nur um den Elfenbeinschmuggel, sondern um persönliche Dinge. Der unsympathische Fleischer trägt trotz des afrikanischen Schauplatzes stets eine ehemals weiße Uniformjacke und (natürlich) eine Pickelhaube. Man bekriegt mal mit Erfolg, oder auch nicht. Zufällig gibt es in der Nähe auch portugiesisches Kolonialgebiet, und dort lebt O’Flynns Tochter Rosa (Parkins). Wenig überraschend heiraten Oldsmith und Rosa. Inzwischen führen Deutschland und Britannien in Europa Krieg, weshalb auch in Ostafrika alles etwas brutaler abläuft. Dabei stirbt auch das Baby des jungen Paares. Es kommt nun auch ein deutscher Panzerkreuzer mit Namen „Blücher“ ins Spiel, für dessen Entdeckung die britische Marine eine Prämie auslobt. Daher engagieren sich O’Flynn und Oldsmith entsprechend eifrig. Beim Überfall auf einen deutschen Materialtransport nehmen sie einen Marineoffizier gefangen. Rosa ermordet ihn, weil er außer Namen und Dienstrang nichts preisgibt. Doch mit Hilfe eines portugiesischen Flugzeugs entdecken sie den getarnten Kreuzer. Sie wollen das Schiff sprengen, und betreten es als Arbeiter verkleidet in einer Gruppe. Nach mehreren turbulenten Szenen können sie dort eine Zeitbombe verstecken, und sich tatsächlich retten – bis auf O’Flynn, der sich opfert. Den ebenfalls entkommenen Fleischer erschießt Oldsmith kaltblütig.
Der Streifen lief in Großbritannien sehr erfolgreich, erreichte jedoch weder in Deutschland (als „„Rivalen gegen Tod und Teufel“), noch in den USA nennenswerte Besucherzahlen.
Das Bild erscheint im Format 2,35:1, und erzeugt somit bei 16:9-Monitoren oben und unten schwarze Balken. Beim Ton darf man sich zwischen Deutsch und Englisch in DTS-HD MA 2.0 entscheiden, und in beiden Sprachen lassen sich auch Untertitel aufrufen. Die Bluray zeigt eine rund zweieinhalb Stunden lange Fassung, und daher laufen mehrere der seinerzeit geschnittenen Szenen in englischer Sprache mit deutscher Untertitelung. Als Bonus gibt es den Original-Kinotrailer, sowie eine qualitativ nicht überzeugende Super-8-Version, die seitens der UFA unter dem damaligen Kinotitel „Rivalen gegen Tod und Teufel“ vertrieben wurde.
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Ulrich K. Baues