Kenny Chesney: Life On A Rock

Mit seinem neuen Album „Life On A Rock“ zeigt Kenny Chesney sich von, wie er sagt, seiner ganz persönlichen Seite. Und das nimmt er wörtlich! Inspiriert wurde er einmal mehr von seiner Liebe zur Karibik, insbesondere zu den Virginia Islands. Und diese locker-leichte Stimmung verarbeitete er in den ausschließlich von ihm selbstverfassten Songs.
Gleich zu Beginn hisst er die Piratenflagge und erzählt in „Pirate Flag“ von der Sehnsucht nach dem leichten Leben auf der Insel, die Leichtigkeit überträgt er in „When I See This Bar“ und Karibik pur steht mit „Spread The Love“ auf dem Programm. Ganz im Gegensatz dazu steht die traurige Ballade „Lindy“, die von einem obdachlosen, einsamen Menschen erzählt, der sich irgendwie durchschlägt, indem er bettelt; manchmal spielt er Klavier in der Kirche, wenn niemand zuschaut, und manchmal redet und lacht er mit sich selbst.
Für „Cocunut Tree“ kam Willie Nelson mit ins Studio. Die Gute-Laune-Nummer macht auf der Stelle Lust auf Urlaub, ebenso wie die relaxten Titel „It’s That Time Of Day“ oder „Marley“.
Den letzten Titel des Albums „Happy On The Hey Noon (A Song For Kristy“) widmete Kenny Chesney einer verstorbenen Freundin, die er auf den Virginia Islands kennengelernt hatte; eine leise, eingängige und sparsam instrumentierte Ballade, die seine Erinnerung an diesen geliebten Menschen aufrecht erhält.
Kenny Chesney hat sich mittlerweile komplett vom Nashville-Einheitsgedudel gelöst. Was für ein Genuss, ihm zuzuhören! Und dennoch kommt seine meistens gutgelaunte, aber durchaus auch nachdenkliche Art der Musik in Nashville großartig an! Er hat es also genau richtig gemacht, als er sich entschied, sein Herz sprechen zu lassen, als es um den Stil seiner eigenen Musik ging. Tolles Album!
Iris Paech