John Denver – The RCA Albums Collection



Man glaubt der Stückzahlnennung zu dieser CD-Box anfangs kaum – aber es sind tatsächlich 25 CDs, die in diesem handlichen, dunkelgrünen Würfel angeboten werden. Wer die Diskografie John Denvers kennt, wird nun zu zählen anfangen, aber grob gerechnet stimmt es: alle seine bei RCA-Victor erschienenen Vinyl-Langspielplatten und auch die später bei BMG oder Sony Music veröffentlichten Scheiben fanden hier Berücksichtigung, natürlich sämtlich auf Silberlingen. Falls man aber ganz genau Buch führt, wird man auf das Fehlen der Weihnachtsaufnahmen mit den “Muppets“ stoßen, bzw. sucht man die LP “Live in London“ vergeblich, jedoch dürfte dies wohl zu verschmerzen sein. Wenn man dann die einzelnen CD-Papphüllen dieser Box durchzählt, kommt man einschließlich der erwähnten Bonusdisc erstmal auf “nur“ 24 Exemplare; dies bedeutet aber keinen Grund zur Aufregung, denn wie schon bei der damaligen LP-Ausgabe (1975), als auch bei der CD-Wiederveröffentlichung (2001), verteilt sich der “Evening with John Denver“ auch hier auf zwei Scheiben, womit die Anzahl wieder passt.
Als wirklich herausragendes Merkmal dieser Kollektion sollte trotz obiger Anmerkungen deren sonstige Fast-Vollständigkeit erwähnt werden. Daher findet der Käufer hier sogar Denvers weniger bekannte, frühe Alben wie “Take Me To Tomorrow“ oder “Whose Garden Was This“, deren Erwerb bislang nur mittels teurer Importe aus Japan gelang, bzw. bei “Aerie“ erst im Vorjahr im Rahmen der Original Album Classics (s. Western Mail September 2012) möglich wurde. Weiterhin ist positiv anzumerken, dass mehrere der CD-Ausgaben jetzt einzelne Bonus-Tracks beinhalten, man sich seitens der Verantwortlichen teils nicht einzig auf die bloße Wiedergabe der früheren LP-Aufnahmen beschränkte. Bei den Papphüllen der einzelnen CDs handelt es sich um Verkleinerungen der damaligen LP-Cover, und diese erwähnen die zusätzlichen Songs natürlich nicht. Hierfür sollte man das 40seitige und wirklich sehr informative Booklet zu Hilfe nehmen, worin sämtliche Titel der jeweiligen Scheiben samt den wichtigen diskografischen Angaben einschließlich der US-Chartplazierungen zu finden sind. Man wird diesen Informationen womöglich völlig überrascht entnehmen, dass John Denver zu Beginn seiner Karriere keineswegs als Interpret der Country Music angesehen wurde, und auch sein unsterbliches “Take Me Home, Country Roads“ 1971 in den Country Music Charts von Billboard als höchste Notierung nur einen unerheblichen 50. Platz erreichte! Zwei Jahre später sah dies bekanntlich alles schon ganz anders aus. Besagtes Booklet enthält zusätzlich noch einige s/w-Fotos des im Oktober 1997 tödlich verunglückten Künstlers. Und bei der eingangs erwähnten Bonusdisc “John Denver Sings“ handelt es sich übrigens um die bislang kaum erhältliche Wiedergabe einer seinem Produzenten Milton Okun gewidmeten Vinyl-LP als CD, mit u. a. mehreren Lennon/McCartney-Kompositionen.

Ulrich K. Baues