DVD: Nachts im Grünen Kakadu

Hier findet sich wieder einer der deutschen Schlagerfilme aus den fünfziger Jahren, und abermals mit einem interessanten Aufgebot an damaligen Stars. Die Handlung entspricht dem bewährten Strickmuster, also ein zumindest halbwegs schlüssiger Ablauf, der ausreichend Möglichkeiten zur Unterbringung einiger Musikdarbietungen bietet. In Hamburg steht das Institut für Tanz- und Anstandslehre vor der Pleite. Chefin Irene Wagner (Rökk) muss sich also etwas einfallen lassen. Sie erhält die Gelegenheit, das Nachtlokal „Grüner Kakadu“ überschrieben zu bekommen, wenn sie es denn nachweislich auch zu führen in der Lage ist. Somit nimmt ein harmloses Fiasko seinen Lauf, und nach mehreren musikalischen Darbietungen sowie einigen Verwirrungen – unter anderem verbunden mit einem kurzen Aufenthalt in einer Irrenanstalt – regelt sich für Irene Wagner alles zum Guten. Interesse weckt dieser Film nicht nur, weil sich die Hauptdarstellerin gegenüber ihrem Verehrer Dr. Maybach (Borsche) als Texanerin ausgibt, sondern auch wegen der mitwirkenden Stars, wie z. B. dem Hazy Osterwald Sextett. Weiterhin sieht man einen der wenigen Filmauftritte von Christa Williams, zu deren Erfolgen gegen Ende der fünfziger und zu Beginn der sechziger Jahre u. a. Titel wie „My Happiness“, „Blueberry Hill“ oder Oh, das wär‘ schön“ (deutsche Fassung von „Oh Lonesome Me“) gehörten. Hier  stellt sie den Rock & Roll-Titel „Gitarren Boogie“ vor. Im Schlussteil gibt Marika Rökk den gleichen Song, also „Gitarren Boogie“, erneut zum Besten, und man muss zugeben, dass auch Bill Haley ihn nicht besser hätte bringen können.
Als Tonformat hört man Deutsch in Dolby Digital 2.0, es gibt allerdings keine Untertitel. Das Bild hat ein 4:3-Format. Als Extra lässt sich der Origial-Kinotrailer aufrufen. Ein überwiegend farbig illustriertes Booklet gibt Informationen zum Film und den Hauptdarstellern.

Ulrich K. Baues