CD: … und dann kam Bill Haley

Ziemlich genau sechzig Jahre liegt diese Zeit schon zurück. Die Favoriten der  Schallplattenkäufer hießen damals Caterina Valente, Gerhard Wendland, Bruce Low, Vico Torriani oder Bibi Johns, und in den wenigen Musikboxen dominierten daneben noch Hawaii-Klänge, Seemannslieder, und ein paar eingedeutschte Country-Titel. Ende des Jahres 1955 änderte sich dies grundlegend, denn Bill Haley zwängte sich mit seinem „Rock Around the Clock“ in die bislang überwiegend deutschsprachige Riege der Gesangskünstler. Der Country-Musiker Haley spielte diesen Song mit seinen Comets ein, und der Titel fand im Soundtrack zum Film „Saat der Gewalt“ Verwendung. Weltweit gab es nun einen Synergie-Effekt. Man kann den Einfluss seines Hits auf die hiesige Musikszene kaum überschätzen. Auch wenn es nach ihm mit Elvis Presley erst richtig losging – Bill war hierzulande der erste Rock’n’Roller von nennenswertem Bekanntheitsgrad. Die vorliegende CD-Ausgabe vermittelt einen authentischen musikalischen Blick auf jene Phase. Es gibt zur Einleitung einen Song über Bill Haley (von Ted Herold), es gibt zwei seltene Titel von Bill Haley (aus dem Caterina Valente-Film „Hier bin ich, hier bleib ich“), und dann mehrere deutsche Versionen von (bzw. Parodien auf) Bill Haley-Songs. Darunter u. a. Renee Franke mit ihrem „Musikverrückt“, Paul Würges und der „Twist Around the Clock“, sowie Werner Hass mit seinem „Mister Patton aus Manhattan“. Weitere Interpreten heißen Max Greger, Ria Solar, Svend Asmussen, oder das Alexander Terzett, also alles Namen, die heutzutage nur noch wenigen Lesern bekannt sein dürften. Insgesamt packte man 25 Songs auf diese CD, alle passend zum Thema, und fast alle aus den fünfziger Jahren. Das fast 40-setige Booklet enthält neben einigen farbigen und zahlreichen s/w-Abbildungen eine Vorstellung sämtlicher Interpreten aus der Feder von Rüdiger Bloemeke.

Ulrich K. Baues