CD: Original Motion Picture Soundtrack – The Girl Can’t Help It

Unter dem eher wenig bekannten Titel „Schlagerpiraten“ startete dieser Streifen im März bzw. April 1957 in Westdeutschlands bzw. Österreichs Lichtspielhäusern, und die DVD hierzu erschien 2005 (s. Western Mail Juli 2005). Die Filmhandlung bedarf nur einer kurzen Erwähnung - es geht hier um einen Gangster, der seine Freundin mittels eines Agenten zur erfolgreichen Sängerin aufbauen lassen will. Dies gelingt, jedoch anders als geplant. Teil dieser Geschichte ist auch der Kampf um die Vorherrschaft bei der Aufstellung von Musikboxen, damals in den USA ein profitabler Markt. Daneben bietet der in Farbe gedrehte Film natürlich ständig die Möglichkeit, Musiker mit ihren Titeln vorzustellen. Die jetzt vorliegende CD bietet quasi alle Musiktitel gemäß dem Ablauf, also Little Richards Titelsong (Specialty 591), dazu auch eine Fassung von Ray Anthony (Capitol EAP1-823), sowie mit „Ready Teddy“ und „She’s Got It“ zwei weitere Beiträge von Little Richard. Gene Vincents Hit „Be-Bop-A-Lula“ (Capitol F-3450) kennt man natürlich, ebenso Eddie Cochrans „Twenty Flight Rock“ (Liberty F-55112), der hier auf der CD zweimal vertreten ist, sowohl mit Soundtrack- als auch britischer Singleversion. Beim Trio Chuckles (eigentlich: The Three Chuckles) gibt es hier eine Rarität, denn ihr Beitrag „Cinnamon Sinner“ erschien bislang nirgends außerhalb des Soundtracks. Das gleiche gilt auch für Ray Anthonys Einspielungen „Ev’rytime“ mit Jayne Mansfield (wobei Eileen Wilson der Hauptdarstellerin ihre Stimme leiht), und „Rock Around the Rockpile“ mit Edmond O’Brien. Weitere musikalische Beiträge stammen von Nino Tempo, Eddie Fontaine, den Treniers, den Platters, und Fats Domino. Julie Londons „Cry Me a River“ (Liberty F-55006) wirkt zwar nicht unbedingt passend in einem Rock & Roll-Film, doch kurz vor Beginn der Dreharbeiten stand sie mit diesem Titel noch in den US-Hitparaden, und sollte damit wohl als weiteres musikalisches Zugpferd dienen. Das Booklet enthält einige kleine s/w-Abbildungen von Aushangfotos, zeigt das US-Filmplakat, und informiert über die Hintergründe zur Entstehung des Films.  

Ulrich K. Baues