CD: Gregg Allman & Friends – All My Friends: Celebrating the Songs & Voice of Gregg Allman

Zu Jahresbeginn gab es im historischen Fox Theatre in Atlanta, Georgia eine Veranstaltung der außergewöhnlichen Art. Künstler verschiedener musikalischer Genres versammelten sich, um “Lieder und Stimme von Gregg Allman zu feiern“, wie es die Übersetzung des Veranstaltungstitels wissen ließ. Wer die Karriere Gregg Allmans kennt, einschließlich seiner Jahre als Mitglied der Allman Brothers Band und als Ehegatte und Gesangspartner von Cher, wird mit diesem Set nicht enttäuscht. Southern Rock würde eine fast ideale Überschrift für das mehrstündige Programm abgeben. Die ersten Titel wie u. a. “Come and Go Blues“ aus der 1977er LP “Playin‘ Up a Storm“ werden von Allman-Mitgliedern wie Warren Haynes oder Derek Trucks samt Gattin Susan Tedeschi begleitet. Bei “Before the Bullets Fly“ aus der gleichnamigen LP von 1988 steigt mit Brantley Gilbert dann erstmals ein Interpret aus der Country-Szene ein. Im weiteren Verlauf des Abends folgen noch einige hochkarätige Kollegen, wie Trace Adkins bei “I’m No Angel“ aus Greggs gleichnamiger 1986er LP. Vince Gill singt bei “Multi-Colored Lady“, und Martina McBride bei “All My Friends“, beides Titel aus der schon genannten 1977er Debüt-Produktion. Jackson Browne, Zac Brown, oder Eric Church heißen weitere Teilnehmer an diesem Ereignis, neben bekannten Künstlern anderer musikalischer Genres. Gregg selber hält sich zurück, steht nur bei den Songs “These Days“ und “Melissa“ gemeinsam mit Jackson Browne im Vordergrund, und läßt bei “You Can’t Lose What You Ain’t Never Had“ stattdessen seinem Sohn Devon den Vortritt. Die hier im Konzert noch bestehende Allman Brothers Band wird sich zum Jahresende hin übrigens auflösen, wie man kürzlich bedauernd der Fachpresse entnehmen durfte. Beim Schlusstitel, dem Klassiker “Will the Circle Be Unbroken“, stehen alle Interpreten noch einmal gemeinsam auf der Bühne, und feiern dieses unwiederbringliche Ereignis mittels einer achtminütigen Version des Songs. Wer das Glück hat, einen CD-Set mit der zusätzlichen DVD-Ausgabe zu ergattern, wird nicht nur eine geänderte Reihenfolge bei den ausgewählten Songs feststellen, sondern auch den Vollbart von Vince Gill bewundern können, und auch ein paar der interessanten Dialoge zwischen den Titeln, beispielsweise bei Trace Adkins, mitbekommen.

Ulrich K. Baues