CD: Ann-Margret – And Here She Is Again 1961-1962

Wer die 5-CD-Box „Ann-Margret 1961-1966“ von Bear Family sein Eigen nennt, kann sich angesichts dieser CD-Veröffentlichung natürlich gelassen zurücklehnen. Wer die Box dagegen aus preislichen Gründen oder mangels Verfügbarkeit nicht besitzt, wird sich nun ganz bestimmt freuen. Hier finden sich nämlich die ersten drei Solo- LPs der gebürtigen Schwedin auf RCA-Victor versammelt, dazu alle ihre vier Titel der 1962er LP „3 Great Girls“ (bei den anderen Girls handelte es sich um Kitty Kallen und Della Reese), zusätzlich einige damals nur auf Singles erhältliche Songs, und zu guter Letzt ihre drei gesanglichen Mitwirkungen am Spielfilm „State Fair“ (deutscher Titel: Texas-Show), worin sie neben Bobby Darin und Pat Boone auch eine der Hauptrollen innehatte. Nun wird man in den USA Ann-Margret ganz bestimmt nicht als Country-Sängerin einstufen, jedoch gerade in ihrer hier dokumentierten Anfangszeit gab es durchaus musikalische Ansätze in diese Richtung. Schon ihre Debüt-LP „And Here She Is“ enthielt Titel wie „Kansas City“, die Hälfte ihrer zweiten LP wurde von Chet Atkins mit Songs wie „Oh Lonesome Me“ und „Heartbreak Hotel“ in Nashville produziert, dann zählte zu ihren Beiträgen unter „3 Great Girls“ der Country-Standard „I Really Don’t Want to Know“, und auf einer ihrer Singles versicherte sie „It Don’t Hurt Anymore“. Insgesamt verteilen sich 25 Aufnahmen auf die beiden CDs, und darunter findet sich auch ihr größter Hit in den Pop-Charts „I Just Don’t Understand“. Im Booklet gibt es diskografische Hinweise zu allen Titeln, sowie ein Überblick über die Karriere der Sängerin und Tänzerin. Richtig bekannt wurde Ann-Margret in Deutschland erst später, als sie neben Elvis Presley 1964 im Spielfilm „Viva Las Vegas“ mitwirkte, oder 1975 in der Rockoper „Tommy“.

Ulrich K. Baues