Buch: Merle Haggard – The Running Kind

Autor Cantwell ist nach eigenem Eingeständnis seit langem ein Fan von Merle Haggard. Daher wird man hier auch kein überkritisches Werk erwarten dürfen. Doch trotz seiner Vorliebe für Merle spart Cantwell unangenehme Dinge nicht aus. Geschildert wird die gesamte Karriere des Künstlers, wenn auch die sechziger und siebziger Jahre eindeutig den Schwerpunkt bilden. Biografisches ist ebenso vorhanden, wie die nicht alltägliche Idee, einige Kapitel mit Titeln von Haggards Songs oder auch in Anlehnung daran zu versehen. Es gibt insgesamt ein breites Spektrum für den Fan, immer musikalisch anhand der Veröffentlichungen des Künstlers abgehandelt. Cantwell fordert beispielsweise zum Vergleich auf, zwischen Aufnahmen identischer Songs, sowohl von Lefty Frizzell als auch von Merle Haggard gesungen, um die Einflüsse auf die Musik der Titelperson darzustellen. Besonders interessant sind auch die Schilderungen des Umfelds zum Song „Okie from Muskogee“, und die sich aus dem eher unerwarteten Erfolg der Single ergebenen Situationen. Es fehlt auch keineswegs die Hochzeit mit Leona Williams, und der gemeinsame „The Bull and the Beaver“-Erfolg. In diesem Buch endet Merles Geschichte im Jahre 2010, bedarf also irgendwann einmal der Fortsetzung. Und über die Auswahl der im Anhang vorgestellten „Selected Discography“ lässt sich sicherlich auch streiten, zumal manche durchaus wichtigen Alben unerwähnt blieben. Hierzu aber dürfte jeder Fan ohnehin eine andere Meinung haben. Illustrationen sind im vorliegenden Buch leider nicht vorgesehen.

Ulrich K. Baues