Buch: Marie Versini – Geliebte Nscho-tschi

In den sechziger Jahren war sie ein Star unter den Jugendlichen. Sie erhielt mehrfach Auszeichnungen, und darunter viermal in Folge den Goldenen BRAVO-„Otto“, sie prangte auf den Titelseiten von Zeitschriften, und diese enorme Popularität erzielte sie quasi nur durch eine einzige, und dazu noch tragische Rolle: sie spielte die Häuptlingstochter Nscho-Tschi, also die Schwester Winnetous. Die Korsin Marie Versini wurde damit in Deutschland, Österreich und vielen weiteren Ländern unsterblich. Zweimal besetzte sie in jener Zeit die Rolle der Apatschin, 1963 in „Winnetou, Teil 1“, und 1966 in „Winnetou und sein Freund Old Firehand“. Und zweimal war sie in BRAVO als Starschnitt zu finden, was in der Geschichte dieser Zeitung eine Rarität darstellte. In drei weiteren Karl-May-Filmen des Orientzyklus erhielt sie ebenfalls Hauptrollen, so z. B. in „Der Shut“. Andere Streifen wie „Liebesnächte in der Taiga“ folgten, doch an die Erfolge als schöne Indianerin konnte sie nie wieder anknüpfen. Zu sehr wurde sie auf die Person der Nscho-Tschi festgelegt, Segen und Fluch zugleich. Marie selbst steuert hier das Vorwort bei, welchem der Autor eine mehrseitige biografische Ausarbeitung folgen lässt. Autor Petzel verdanken wir bereits einige ausgezeichnete Werke zum Thema Karl-May-Filme. Hier stellt er überwiegend die Bilder in den Vordergrund. Viele bekannte Motive aus den Filmen der Karl-May-Welle, doch dazu noch zahlreiche weitere Fotos, von anderen Spielfilmen beispielsweise, von Fernsehshows, darunter auch legendäre Fotos von Marie mit Lex Barker und Rudi Carrell, dem letzten Zusammentreffen der beiden Stars (Lex Barker starb im Mai 1973). Es gibt auch zahlreiche private Schnappschüsse, und natürlich auch Werbeaufnahmen, die Marie mit vergleichsweise wenig Textilien zeigen. Sie galt ja ohnehin für eine ganze Generation Mädchen als modisches Vorbild, was sich in den gezeigten Bildern eindrucksvoll wiederspiegelt. Der Käufer findet hier insgesamt bald zweihundert Fotos, teilweise sogar in Farbe, die das alles in allem höchst interessante Leben der schönen Marie Versini nachzeichnen.

Ulrich K. Baues