Buch: John Fogerty: Mein Leben – Meine Musik – Der Gründer von Creedence Clearwater Revival erzähl

Im Vorjahr gab es diese Biografie bereits in den USA unter dem Titel „Fortunate Son – My Life, My Music“ zu erwerben, passend zu Johns 70. Geburtstag. Dank des Hannibal-Verlages liegt nun auch eine Ausgabe in deutscher Sprache vor, was vielen Fans von CCR oder eben John Fogerty die Lektüre doch merklich erleichtern wird. John Fogerty erzählt viel und ausführlich. Als CCR-Fan wird man sicherlich einige Anekdoten aus der Geschichte dieser legendären Countryrock-Band kennen, doch die meisten Zusammenhänge blieben damals unbekannt. Die Gründungsgeschichte, die ersten Schallplatten, der rasante Aufstieg gegen Ende der sechziger Jahre, die Auflösung auf der Höhe des Erfolges, und danach Johns Soloaktivitäten mit u. a. den Blue Ridge Rangers – hier steht alles detailliert beschrieben. Sicherlich wird dies aus der Sicht von John ‘rübergebracht, noch es wird kaum schmutzige Wäsche gewaschen. John betreibt also keine Abrechnung mit seinen früheren Bandkollegen, doch dafür mit dem früheren Manager, der wohl trotz Zusagen und vieler klärender Gespräche nur für sie nachteilige Verträge abschloss. Vielen Musikern ging und geht es so, wie man weiß. Als Anmerkung für alle Leser, die mit CCR nicht so vertraut sind: die Band stammte zwar aus Kalifornien, verwendete jedoch von Beginn an überwiegend musikalische Elemente aus dem tiefen Süden, was denn auch über LP-Titel wie „Bayou Country“ oder „Mardi Gras“  zum Ausdruck kam. Es gab und gibt neben der Karriere natürlich auch ein Privatleben für John, und dies kommt ebenfalls angemessen zur Geltung. Bei den s/w-Fotos gibt es einige erwartete Aufnahmen aus dem Karriereverlauf, doch meistens handelt es sich um Privatbilder aus dem familiären Bereich. Da zwischendurch auch Gattin Julie einige Kapitel textlich bereichern darf, verleiht dies dem ganzen Buch eine gewisse originelle Note.

Ulrich K. Baues