Buch: Don’t Take Your Guns to Town – Johnny Cash und die Amerikaner in Landsberg 1951-1954

Diese interessante Arbeit erschien als Begleitpublikation zu einer gleichnamigen Ausstellung im Neuen Stadtmuseum von Landsberg am Lech. Sie lief von Oktober 2015 bis Ende Februar dieses Jahres. Johnny Cash leistete von 1951 bis 1954 in Landsberg seine Militärzeit als Funker ab. Es kursiert dazu die nicht unglaubwürdige Geschichte, dass er als allererster Soldat diesseits des Eisernen Vorhangs 1953 über einen russischen Sender die Nachricht vom Tode Josef Stalins empfing. In Landsberg begann Cash auch mit seinen musikalischen Gehversuchen, indem er in Gastwirtschaften auftrat, und seine ersten Songs schrieb. Sowohl Ausstellung als auch Buch befassen sich natürlich nicht ausschließlich mit Johnny Cash. Der Einfluss der US-Amerikaner auf die deutsche Gesellschaft wird natürlich thematisiert. Geschildert werden dabei auch die Probleme der Nachkriegszeit, denn die Besatzungsmacht erfreute sich anfangs keineswegs der allgemeinen Beliebtheit, die rückblickend gerne beschworen wird. Von der US-Armee beschlagnahmte Wohnungen sorgten für Unmut, Straftaten wie Sexualdelikte riefen Empörung hervor, es gab Schlägereien, usw. Aber natürlich widmet sich das Buch dann eben auch Johnny Cash. Über seine Zeit in Landsberg stand auch zuvor bereits einiges an Berichten in unterschiedlichen Biografien zu lesen. Hier gibt es den neuesten Wissensstand darüber. Es finden sich dazu mehrere s/w-Fotos, qualitativ natürlich nicht mit heutigen Aufnahmen zu messen. Selbst langjährigen Fans des „Man in Black“ dürften diese bislang verborgen geblieben sein: Cash in Paris, Cash beim Segeln, Cash in der Schweiz, uvm. Für die zahlreichen Fans des 2003 verstorbenen Künstlers wird dieses Buch ein Muss sein.

Ulrich K. Baues