Bluray-Box: Immenhof – die 5 Originalfilme

Eigentlich hätte es ganz anders laufen sollen. Bei Drehbeginn 1954 war noch die Mieler Wasserburg nahe Bonn als Immenhof auserkoren worden. Doch wegen des dort anhaltend schlechten Wetters galt es zu Handeln. Darsteller Paul Klinger erinnerte sich an seine Dreharbeiten zum damaligen fünften deutschen Farbfilm „Immensee“ (1943) u. a. in Plön, und soll dadurch den entscheidenden Hinweis auf das Gut Rothensande am Kellersee bei Malente gegeben haben. Somit verwandelte sich Rothensande statt Miel in den Immenhof. Die drei ersten Filme entwickelten sich zu Kassenmagneten. Die Kombination von Kindern und Ponys, im Verbund mit der passenden schönen Landschaft der Holsteinischen Schweiz, zog die Kinobesucher in Scharen an. Und auch die damals mit den Ponyhöfen stets einhergehende Westernromantik kam hier nicht zu kurz, denn besonders im zweiten Streifen „Hochzeit auf Immenhof“ spielen Dutzende Kinder in Cowboy- und Indianerkostümen mit, ein Marterpfahl kommt ins Spiel, und Darstellerin Heidi Brühl ist über weite Strecken als Cowgirl zu bewundern. Selbst musikalisch ritt man mit Songs wie „Meine Wiege stand im Westen“ auf der Westernwelle. Doch nach drei durchgängig erfolgreichen Verfilmungen stoppte die Serie - aus heutiger Sicht unverständlich. Die beiden Nachzügler aus den siebziger Jahren konnten trotz hochkarätiger Darstellerriegen (u. a. Horst Janson) nicht an die früheren Erfolge anknüpfen. Außer Heidi Brühl als nun erwachsene Dalli gab es nur wenige Überleitungen zu den damaligen Streifen, und auch Gut Rothensande stand nicht mehr als Drehort zur Verfügung.
Die jetzt vorliegende Bluray-Box fasst sämtliche fünf „Immenhof“-Filme zusammen, also „Die Mädels vom Immenhof“, „Hochzeit auf Immenhof“, Ferien auf Immenhof“, „Die Zwillinge vom Immenhof“ und „Frühling auf Immenhof“. Nicht berücksichtigt wurden die zwei Staffeln der gleichnamigen Fernsehserie aus den neunziger Jahren, da sie außer der Namensnutzung keine Beziehungen zu den Kinofilmen aufweist. Als Bild sieht man bei allen Filmen ein 4:3-Format. Der Ton ist ausschließlich Deutsch in DTS-HD MA 1.0. Erstaunlicherweise gibt es hier bis auf eine Trailershow kein Bonusmaterial.
Wer  auf den Geschmack gekommen ist, kann in Malente das Immenhof-Museum mit seinen vielen Ausstellungsstücken und zahlreichen Filmplakaten und -fotos besuchen (www.immenhofmuseum.de). Das Gut Rothensande lässt sich zumindest derzeit nur von außen bewundern, da wegen der laufenden Umbauarbeiten zu einem Ferienhof bis voraussichtlich 2017 keine Besichtigungen möglich sind.

Text: U. K. Baues, Foto: R. Gehring