Bluray: The Beatles: Eight Days a Week - The Touring Years (Special Edition)

Die quasi-Soundtrack-CD „Live at the Hollywood Bowl“ fand an dieser Stelle bereits die gebührende Beachtung (s. Country-Mag vom 27. September 2016), der Spielfilm selbst vermochte weltweit gesehen ziemlich erfolgreich das Interesse der Kinogänger zu wecken, und nun läuft die obligatorische Vermarktung auf DVD und Bluray an. Wer den Film im Kino sah, wird hier nichts wirklich Neues erkennen, und die Wirkung von Szenen entfaltet sich auf der großen Kinoleinwand natürlich wesentlich besser, als im Heimkino. Die Anfangsjahre ihrer Karriere finden hier deswegen Interesse, weil die Beatles ja ursprünglich wie auch viele andere Beatgruppen als eine Rock & Roll-Band starteten, mit dem entsprechenden Materialangebot. Die Entwicklung zur damals neuen musikalischen Richtung des „Beat“ verlief schrittweise. Rock & Roll wurde mehr und mehr durch selbstgeschriebene Songs zurückgefahren, wie man an den Titellisten früher Konzerte erkennen kann. Was hier ebenfalls gelungen ‘rüberkommt, ist natürlich die Begeisterung der Fans, die – wie im Filmverlauf auch dargestellt – teils bedrohliche Ausmaße annahm. Die Jahre der Tourneen, und damit der eigentliche zeitliche Rahmen des Films, erstreckten sich nur von 1963 bis 1966. Entgegen dieser Vorgabe endet der Streifen erst mit dem 1969er Gastspiel auf dem Dach des Londoner Apple-Studios mit „Don’t Let Me Down“. Viele der frühen Aufnahmen und Fotos aus der ersten Hälfte der sechziger Jahre sieht man sogar in Farbe, teils in hervorragender Qualität. Die Dreharbeiten der Beatles-Filme rücken ebenfalls ins rechte Licht, alle Interviewpartner wurden sorgfältig ausgewählt, viele Kommentare entsprechend formuliert, und somit alles passend arrangiert, um den Mythos der „Beatles“ nicht zu beschädigen.
Die hier vorliegende Special Edition bietet noch eine zweite Bluray-Scheibe mit über einhundert Minuten Bonusmaterial. Hauptsächlich enthält sie zusätzliche Interviews, Konzertmitschnitte, Berichte über weitere Tourneen in Japan oder Australien, und dazu ein 64-seitiges Booklet mit teils unveröffentlichten Fotos. Das Tonformat DTS-HD MA 5.1 gilt für die englische Version des eigentlichen Films, und kann in Deutsch untertitelt werden.

Ulrich K. Baues