Beim Sterben ist jeder der Erste (Blu-Ray)

Vier Städter aus Atlanta nutzen die Gelegenheit, am Wochenende per Kanu den Cahulawassee-River flussabwärts zurück bis nach Aintry zu treiben. Das ganze Areal soll in Kürze durch Aufstauung überflutet werden. Doch schon beim Start erleben sie abweisende Reaktionen der ländlichen Anwohner. Ed (Voight) versucht Lewis (Reynolds) noch in letzter Minute zur Rückkehr zu bewegen. Auch das improvisierte Banjo-Duell zwischen Drew (Cox) und dem Jungen Lonnie (Redden) an der abgelegenen Tankstelle vermag die Stimmung nur kurzzeitig aufzuhellen. Die Flussfahrt selbst wandelt sich nach anfänglich noch als Abenteuer empfundenen Erlebnissen schnell in einen Horrotrip. Begegnungen mit Kriminellen eskalieren in Gewaltorgien, wogegen sich die Stadtbewohner letztendlich auch nur mit Gewalt wehren können. Es gibt Tote, und auch Drew überlebt diese Fahrt nicht. Die Ankunft in Aintry bedeutet für die verbliebenen Drei zwar die Rettung (= “Deliverance“), doch Sheriff Bullard (Dickey) glaubt ihrer Geschichte anfangs nicht so recht, lässt aber dann alles auf sich beruhen. Der Streifen spielte sein Budget von 2 Millionen Dollar sofort nach Kinostart ein und entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Filme des Jahres 1972. Das instrumentale Banjo-Duell erschien ebenfalls 1972 in den USA als Singletitel (Warner K-16223), eingespielt von Eric Weissberg & Steve Mandell, und erreichte im Folgejahr Platz 5 der Country Charts, sowie Platz 2 in den Pop-Charts. James Dickey schrieb nicht nur den Roman und das Drehbuch, sondern besetzte in der Verfilmung auch die Rolle des Sheriffs.

Diese Blu-ray übertrifft mit ihrem Bonusmaterial, den fünf Sprachversionen und zehn Untertitelungsmöglichkeiten die damalige DVD-Erstausgabe (s. Western Mail August 2000) um Längen. Eine spätere DVD-Special Edition enthielt zwar schon diverse Extras wie Trailer und Dokumentationen, doch diese Version packt noch etwas obendrauf, nämlich das interessante Treffen der vier Hauptdarsteller zum 40jährigen Jubiläum des Streifens.
Ulrich K. Baues